Mittwoch, 14. November 2012

Mutter Sisyphos

Ich räume das Wohnzimmer auf, währenddessen fällt, natürlich "von selbst", ein Glas randvoll mit Multisaft vom Esstisch. Ich beseitige den entstandenen Schaden, in der Zeit wird das gerade aufgeräumte Zimmer - mal wieder- in eine Höhlenlandschaft verwandelt.

Quelle pinterest

Aber egal, wichtig ist immer die Zeitaufwand-Spaß an der Sache-Bilanz. Die muss stimmen!
In diesem Fall: 15 Minuten Höhle aufbauen und spielen seitens der Kinder, 5 Minuten alles wieder wegräumen seitens eines Elternteils (oder wahlweise statt es selbst aufzuräumen, die Kinder 5 Minuten dazu antreiben es zu tun) ist z.B. eine positive Bilanz und damit durchaus zufriedenstellend. (Man ist ja 10 Minuten im Plus!)
Eine schlechte Bilanz hingegen entsteht demzufolge bei einem zeitlichen Missverhältnis auf Seiten der Eltern.
Auch hier ein Beispiel von heute: Ich rühre einen Plätzchenteig an, krame über das Jahr verschollene Ausstechförmchen heraus, bereite Arbeitstisch und Backbleche vor und investiere so also insgesamt sehr viel Zeit und Anstrengung. Die Kinder haben dann jedoch keine 5 Minuten Spaß am Ausstechen, zanken sich um die Förmchen und widmen sich daraufhin lieber der Herstellung eines anderen Chaoses - natürlich nicht, ohne sich zuvor noch sämtliche Kleidungsstücke und den ganzen Fußboden mit Mehl zu bestäuben.
Dann stehen dem elterlichen Aufwand von bestimmt 1,5 Stunden eben 5 Minuten Kinderspaß entgegen und man beseitigt anschließend nicht nur das eine Schlachtfeld, sondern auch noch sämtliche andere Krisenherde, die sich in der Zwischenzeit, als man noch mit der Verarbeitung des restlichen Teiges beschäftigt war, aufgetan haben.

Kommentare:

  1. Oh ja, das kenne ich ;-)!
    Solch eine Bilanz zu ziehen und das mit Plus und Minus zu bezeichnen, finde ich total lustig. V.a. wenn man im Plus ist als Elternteil ;-). Frustrierend ist es wie bei Deinem Beispiel für eine schlechte Eltern-Bilanz. Diese "undankbaren Gören" immer ;-).
    Wünsche Dir noch ganz viel positive Bilanzen!

    Liebe Grüße
    Katja

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  2. Liest sich nach einem "gelungenen Nachmittag". ;o)
    Lass mal wieder zusammen Chaos machen. Gerne bei uns.
    Grüßerli Barbara

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  3. Haha, kenn ich :) Klara ist (noch) eine richtige Aufräumtrude und liebt es das Zeug, was Nora verteilt, wieder ordentlich in die Spielzeugkiste zu packen (manchmal schimpft sie Nora aus..haha!) Nora hingegen kann Chaos schon gut erkennen ("Oh mein Gooot, wie sieht das auuuuus!"), aber noch besser anrichten :)
    Da passt bei uns prima der Spruch: Eine zweijährige zu haben ist, wie einen Mixer anzuschalten- ohne Deckel :)
    Lieblingsgrüße!

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    1. Der Spruch ist auch gut. Insofern bin ich mit den Großen ja immerhin schon einen Schritt weiter. Juchee!

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